Pfarre - St. Bonifaz Breitenfurt-Ost bei Wien

Auf einer kleinen Anhöhe in Breitenfurt-Ost steht die Pfarrkirche zum Hl. Bonifaz. Schon Kardinal INNIZER hat im Jahre 1942 zusätzlich zur Pfarre St. Johann Nepomuk Breitenfurt-West, im Kloster der „Töchter der göttlichen Liebe“ Breitenfurt Hauptstraße 58 eine zweite Pfarre errichtet. Als Pfarrverweser für die Klosterkirche St. Josef wurde Msgr. Josef Enzmann betraut, damit wurde die Klosterkirche zur Pfarrkirche.

1963 entwarf Architekt Prof. CLEMENS HOLZMEISTER die Pläne für die sogenannte „Unterkirche“, die als Pfarrkirche zum Heiligen Bonifaz dienen sollte. Im Jahre 1968 wurde mit dem Bau der Unterkirche begonnen. Die Weihe dieser Kirche nahm Weihbischof Dr. JAKOB WEINBACHER am 13. Juni 1970 vor. Unter Pfarrer Dr. Anton Guber wurde am 25. April 1989 der Grundstein für die derzeitige Pfarrkirche gelegt. Beim Bau dieser Kirche wurden Teile der Unterkirche als Vorraum und als Empore weiterverwendet. Im Oktober 1989 wurden auch die Bauarbeiten am Neubau des Turmes abgeschlossen und am 23. September 1990 die neue Kirche von Kardinal Hans H. Groer mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.

Als Nachfolger von Pfarrer Dr. A. Guber wurde Dr. Rubert Stadler ernannt, der bis zu seiner Ernennung als Bischofsvikar als Pfarrer hier tätig war. GR Viliam Döme ist seit September 2012 als Moderator für die beiden Pfarren St. Bonifaz und St. Johann-Nepomuk bestellt. Da im Pfarrgebiet vier Gottesdienststellen zu betreuen sind, wurden Ihm zur Unterstützung bei seiner Seelsorgetätigkeit zwei Kapläne zugeteilt.

Zum Innenraum der Kirche wäre zu erwähnen, dass das Wort aus der Offenbarung: "Siehe das Zelt Gottes unter den Menschen“ baulich umgesetzt wurde. Die Dachkonstruktion und die Fenster an der Westseite sollten dies noch unterstreichen.

Betritt man den Kirchenraum durch den Haupteingang, sieht man sich als Erstes mit der schwebenden Gestalt des „Auferstandenen Christus“ konfrontiert, der seine Arme über dem gläubigen Gottesvolk ausbreitet. Darunter der Altar, der auch ein Sinnbild für das Leben und Sterben des Erlösers ist. Der Ambo weist auf das „Ewige Wort“ hin. Mit dem Tabernakel bildet er eine Einheit und es entsteht ein „Heiliger Raum“. Verstärkt wird der Eindruck noch durch die Wandmalerei im Presbyterium von Tobias KAMMERER, Künstler aus Rottweil (BRD). Die farblich hell gestalteten Flächen sollen die Verbindung zwischen Himmel und Erde symbolisieren. Der Tabernakel wird dadurch zum Zentrum des sakralen Raumes. Ein breiter Mittelgang soll der Gemeinde den Weg zur Begegnung mit dem Herrn weisen. Die Kirchenbänke sind so angeordnet, dass jeder Gottesdienstteilnehmer den Blick zum Altar frei hat.

 

Ein weiterer Schwerpunkt in der Gestaltung bilden die an der Nordseite von Prof. Florian JAKOWITSCH geschaffenen Bleiglasfenster, die die Lebensgeschichte des Hl. Bonifaz zum Inhalt haben und so auf den Pfarrpatron hinweisen.

 

Die wichtigsten Daten seines Lebens sind in den beiden Fenstern zu sehen.

Das linke Fenster bezieht sich auf die Missionsreisen zu denen er vom Papst Gregor II. gesendet wurde. Die Gründung von Klöstern und Neuorganisierung der Bistümer im damaligen „germanischen“ Missionsgebiet gehörten auch zu seinem Auftrag. Er reiste zunächst nach Bayern, dann nach Thüringen und Friesland. Die Stätten seines Wirkens sind durch Symbole von Kirchen bildlich dargestellt. Als päpstlicher Gesandter reorganisierte er die Bistümer Salzburg, Passau, Regensburg und Freising und band sie dadurch noch stärker an Rom. Auch die Legende über das Fällen der „Wotaneiche“ findet hier eine bildliche Erwähnung. Sehr schön auch der grüne Trieb aus dem Wurzelstock, der ein Sinnbild für das lebendige Christentum sein soll, welches doch stark im damaligen Stammesverband verwurzelt war.

Im rechten Fenster wird im Wesentlichen auf den Märtyrertod des Hl. Bonifaz und seiner 52 Begleiter Bezug genommen, die mit ihm starben.

Zu sehen ist auch die Äbtissin St. Lioba und einige Klosterschwestern, die sie unterstützt hatten und einen wesentlichen Anteil an der Missionstätigkeit hatten.

 

Die helle und eher schlicht gestaltete südliche Wand wird durch das in schwarz-weiß gehaltene Fastentuch, ein Werk von Prof. GRAM belebt, dass in der Fastenzeit auch als Kreuzweg dient.

Zur weiteren Ausgestaltung des Kirchenraumes gehören aus Holz geschnitzte Heiligenfiguren der Gottesmutter Maria und des Hl. Josef, Hl. Judas Thaddäus, Hl. Christophorus, Hl. St. Bonifaz, sowie seine Verwandte die Äbtissin St. Lioba. Diese Figuren wurden vom Breitenfurter Künstler K. KÜRBISCH, der hier eine Zeit lang wohnte, geschaffen.

 

In der Nähe des Eingangs bzw. des Nebenausganges befinden sich zwei Bilder im Stil der Ikonenmalerei vom bereits verstorbenen Breitenfurter Hobbymaler Johann ORTNER angefertigt, die das Letzte Abendmahl sowie den Einzug Jesu in Jerusalem zum Inhalt haben.

 

Bevor man die Kirche verlässt, noch ein Blick auf die Außenseite des Haupttores, wo die beiden Buchstaben des griechischen Alphabetes, Alpha und Omega, als Symbol für Anfang und Ende stehen.

Die Kirche besitzt zwei Glockentürme. Der kleine Turm, noch aus der Zeit der Unterkirche, dient der „Florianiglocke“, Gewicht 50 kg, Ton b , zur Unterbringung, gespendet von der FF Breitenfurt. Im großen Turm sind drei Glocken: die dem Hl. Clemens Maria Hofbauer geweihte Glocke mit einem Gewicht von 6o kg Ton b2, weiters die Marienglocke 90 kg schwer und auf den Ton es2 gestimmt.

Text Alfred Kube; Fotos Wolfgang Hübner & Christine Horn



Eindrücke von San Bonifacio in Italien